Die Schweizer Bevölkerung steht der Tabakindustrie kritisch gegenüber, der Konsum bleibt dennoch bestehen

Die Umfrage Gesundheit und Lifestyle 2025, deren Ergebnisse zum Thema Tabak im April von Sucht Schweiz veröffentlicht wurden, bietet einen aktuellen Überblick über die Entwicklung des Tabak- und Nikotinkonsums in der Schweiz

Die wichtigsten Ergebnisse können auf dieser Seite eingesehen werden: Neue Produkte – neue Wege in die Sucht – Sucht Schweiz

Die Studie ermöglicht zudem eine Einschätzung der Wahrnehmung der Tabakindustrie durch die Schweizer Bevölkerung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Zigarettenherstellern kritisch gegenübersteht: etwa 7 von 10 Personen sind der Meinung, dass die Industrie weder verantwortungsbewusst noch glaubwürdig oder transparent handelt.

Bei der wirtschaftlichen Bedeutung des Sektors gehen die Meinungen auseinander: Etwa die Hälfte der Bevölkerung betrachtet die Tabakindustrie als wichtigen Wirtschaftsfaktor, während die andere Hälfte gegenteiliger Meinung ist. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Konsumenten und Nichtkonsumenten: erstere neigen dazu, ihr eine grössere Bedeutung beizumessen (etwa 65% stimmen dieser Aussage zu), während der Anteil bei den Nichtkonsumenten auf 45% sinkt, was eine kritischere Sichtweise gegenüber dem Sektor bestätigt.

Problematischer Konsum, insbesondere bei Jugendlichen

Gleichzeitig hat sich der Markt erheblich gewandelt: Neben den traditionellen Zigaretten sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Produkte auf den Markt gekommen, oft begleitet von Marketingstrategien, die sich insbesondere an junge Menschen richten. Aromatisierte Produkte wie Nikotinbeutel, E-Zigaretten oder Kapselzigaretten spielen eine zentrale Rolle, da sie den Einstieg erleichtern und dazu beitragen, den Konsum aufrechtzuerhalten. Immer mehr junge Menschen beginnen mit E-Zigaretten und wechseln dann zu einem kombinierten Konsum verschiedener nikotinhaltiger Produkte.

Auch die Passivbelastung nimmt zu: Zwischen 2023 und 2025 ist eine Zunahme der Belastung durch Rauch und Aerosolen zu verzeichnen. Junge Erwachsene sind davon besonders betroffen: 33.5 % der 18- bis 24-Jährigen geben an, häufig oder sehr häufig dieser Belastung ausgesetzt zu sein. Zudem findet der Konsum weiterhin im privaten Umfeld statt, auch in Haushalten mit Kindern.

Gleichzeitig ist die Unterstützung für Schutzmassnahmen breit und übergreifend: über 70 % der Befragten sprechen sich für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten sowie für Werbung von tabak- und nikotinhaltigen Produkten aus, und fast 90 % befürworten die Ausweitung der rauchfreien Zonen.

Worauf wartet die Schweiz noch, um zu handeln und dem Willen ihrer Bürger nachzukommen?