Hochschulen im Einfluss von Tabakmultis
Unsere Recherche, die bei sämtlichen Schweizer Hochschulen durchgeführt wurde, zeigt ein besorgniserregendes Ergebnis: Mehr als die Hälfte der befragten Institutionen hat seit 2019 mindestens einmal mit der Tabakindustrie zusammengearbeitet.
Die Tabakindustrie verfügt über eine lange Geschichte der Einflussnahme auf die wissenschaftliche Forschung, mit dem Ziel, ihre kommerziellen Interessen durch Manipulation, Desinformation und die Infragestellung unabhängiger Studien zu schützen. In der Schweiz veranschaulichen emblematische Fälle diese Praktiken, insbesondere die Rylander-Affäre an der Universität Genf, bei der ein Professor über mehr als dreissig Jahre hinweg heimlich mit Philip Morris zusammenarbeitete, um die Risiken des Passivrauchens zu verharmlosen, oder die umstrittene Studie der Universität Zürich zur neutralen Verpackung, die vom selben Unternehmen finanziert wurde.
Zusammenarbeiten zwischen der Tabakindustrie und Schweizer Universitäten sind nie neutral. Sie verleihen dieser Industrie eine wissenschaftliche Legitimität, die sie anschliessend nutzen kann, um:
Diese Strategie folgt einer bekannten Logik: Forschung und akademisches Prestige werden genutzt, um die öffentliche Diskussion zu lenken, Zweifel zu säen oder den Fokus der Debatte zu verschieben.
Der durch die Recherche aufgezeigte Mangel an Transparenz ist besonders alarmierend. Mehrere Hochschulen haben sich geweigert, relevante Dokumente weiterzugeben, was im Widerspruch zu den Öffentlichkeitsgesetzen steht. Diese Intransparenz zeugt von einer besorgniserregenden Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Forschungseinrichtungen und untergräbt die Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und Integrität der Wissenschaft.
Möchten Sie wissen, wie Ihre Hochschule in Bezug auf Transparenz und Verbindungen zur Tabakindustrie abschneidet? Konsultieren Sie hier unser Ranking der Schweizer Universitäten.
Wenn Sie im Bereich Prävention tätig sind:
Wenn Sie MitarbeiterInnen oder StudentInnen einer Hochschule sind:
Wenn Sie BürgerIn sind:
Lesen Sie unsere Pressemitteilung zu diesem Thema: https://transparencyandtruth.ch/de/ressource/tabakindustrie-und-schweizer-universitaten-ein-besorgniserregender-einfluss/