„Death Clock“ : Gedenken an die Todesopfer des Tabakkonsums
Bern (Schweiz) – Während die Tabakprävention in der Schweiz unter dem Einfluss der Lobby der Tabakindustrie stagniert, deckt ein Bericht die Menschenrechtsverletzungen in der Schweiz und im Ausland auf, die damit im Zusammenhang stehen. Der Bericht wurde von Action on Smoking and Health (ASH) verfasst und von OxySuisse im Rahmen des Projekts Transparency and Truth veröffentlicht. Heute findet in Bern eine Konferenz mit internationalen Expertinnen und Experten zu dieser Thematik statt.
Die Tabakindustrie, die in der Schweiz gut etabliert und geschützt ist, geniesst in Wirtschaftskreisen und im Parlament grosse Unterstützung. Und dies, obwohl die Tabakindustrie in der Schweiz und weltweit durch ihre Geschäftstätigkeiten und PR-Strategien zahlreiche Menschenrechte verletzt, wie das Recht auf Gesundheit und Leben, das Recht auf eine gesunde Umwelt und die Rechte von Kindern. Die Tabakindustrie produziert, vermarktet und bewirbt nicht nur süchtig machende und giftige Produkte, die für den vorzeitigen Tod von 9.500 Menschen in der Schweiz verantwortlich sind, sondern sie lobbyiert auch, um die Bemühungen der öffentlichen Gesundheit zur Tabakprävention zu schwächen, und gefährdet damit das Recht der Schweizer Bevölkerung auf Gesundheit und eine gesunde Umwelt. Im Jahr 2017 wurde die Tabakindustrie sogar aus dem Global Compact der Vereinten Nationen ausgeschlossen, da ihre Aktivitäten als unvereinbar mit den Menschenrechtsprinzipien eingestuft wurden.
Die Rechte von gefährdeten Kindern
Die Tabakindustrie verletzt jedoch auch andere Rechte, wie z. B. die Rechte von Kindern. Indem sie mit Marketingkampagnen gezielt Kinder und Jugendliche anspricht, verletzt sie die Rechte der Kinder, in einer gesunden Umgebung aufzuwachsen und sich der bestmöglichen Gesundheit zu erfreuen. In Ländern mit niedrigem Einkommen ist der Tabakanbau so unrentabel, dass die Bauern gezwungen sind, ihre Kinder arbeiten zu lassen. Die Tabakindustrie macht sich mitschuldig an der Arbeit von Minderjährigen auf Tabakfeldern, deren Gesundheit gefährdet wird und die die Schule abbrechen. Auch in der Schweiz ist es nicht ungewöhnlich, dass Minderjährige auf Tabakfeldern mitarbeiten. Dies ist eine Tätigkeit, die ihre Gesundheit gefährden kann, insbesondere aufgrund der Grünen Tabakkrankheit, deren Auswirkungen bei Jugendlichen häufiger und schwerwiegender sind.
Die Frage nach der Verantwortung der Schweiz
Als Staat, der mehrere internationale Übereinkommen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR), der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (ICESCR), die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (CRC) ratifiziert hat, ist die Schweiz verpflichtet, diese grundlegenden Rechte zu schützen. Indem sie den Interessen der Tabakindustrie nachgibt und die Umsetzung einer wirksamen Präventionspolitik, wie sie von vielen anderen Ländern bereits eingeführt wurde, verzögert, versagt die Schweiz jedoch beim Schutz der öffentlichen Gesundheit, insbesondere der Gesundheit von Kindern. Die langwierigen Verhandlungen des Parlaments über die Umsetzung der Initiative „Kinder ohne Tabak“ und die Schaffung zahlreicher Ausnahmen, die dem Geist der Initiative und dem Volkswillen widersprechen, ist nur ein Beispiel dafür, wie die Rechte der Kinder auf Gesundheit und eine gesunde Umwelt zugunsten der wirtschaftlichen Interessen der Tabakmultis missachtet werden.
Eine Konferenz mit anerkannten Expertinnen und Experten
Diese Thematik ist Gegenstand einer Konferenz über Menschenrechte und Tabakkontrolle in deutscher und französischer Sprache, die am 8. Oktober 2024 von 13.30 bis 17.00 Uhr in Bern (Welle 7) stattfindet und an der Rednerinnen und Redner aus dem akademischen, juristischen, internationalen und politischen Bereich teilnehmen werden. Unter ihnen sind die Nationalräte Raphaël Mahaim und Laurence Fehlmann Rielle, die Professorinnen Véronique Boillet (UNIL) und Mélanie Lévy (UNINE), Laurent Huber (ASH-USA) und Sabina Timco Iacazzi (WHO).
Zusätzliche Ressourcen :
Auskunftspersonen:
Michela Canevascini, Direktorin von OxySuisse (FR/IT/EN).
mi*****************@*******se.ch
+41 76 679 84 87
Laurent Huber, Direktor von Action on Smoking and Health ASH, Mitautor des Berichts (FR/EN).
hu****@*sh.org
+ 1 202 352 32 84